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42 Einträge
Alexander Alexander schrieb am 19. Februar 2018
Ich hätte noch eine ergänzende Frage bzgl. harten und weichen Kugeln da man viel zu viele unterschiedliche Meinungen hört möchte ich dich mal um Rat fragen:

Es geht mir um das Legeverhalten mit solch einer weichen Kugel.
->Verhält sich eine sehr weiche Kugel (≥110kg/mm)) grundsätzlich anders als eine mit 120kg/mm?

->Wann macht eine weiche Kugel als Leger Sinn? (auf welchem Boden, Situation etc.)

Oder alles nur marketinggeschwätz?Hauptsache man fühlt sich wohl..

Danke
Administrator-Antwort von: Bernd
Egal wo, egal was, egal wobei:
Für alles gibt es ein Für und ein Wieder - und das entscheidet immer der, der es für sich argumentieren muss. Und die Argumente unterscheiden sich je nach der individuellen Gewichtung.

Zunächst wieder grundsätzlich - ein bisschen Kugelkunde:
Die Kugelhärte charakterisiert die Reaktion der Kugel auf Widerstände (Boden, Gegnerkugel, ...). Hohe Härte = hoher Widerstand, geringe Härte = geringerer Widerstand.
Je weicher eine Kugel ist (110 bis 120 kg/qmm), umso geringer der Rebound-Effekt (Rückprall-Verhalten) auf hartem Spieluntergrund und bei Eisentreffern. Sie springt (bei einem Portée) auf hartem Boden daher weniger, bzw. sie bleibt dementsprechend bei einem (guten) Treffer eher (in der Nähe) liegen.
Allerdings ist eine weiche Kugel anfälliger für „Oberflächenverformungen“ - die Langlebigkeit leidet natürlich (bis schließlich nichts mehr auf ihr zu lesen und im Wettkampf nicht mehr zulässig ist).
Härtere Kugeln (mehr als 120/130 kg/qmm) leben dagegen entsprechend länger.

Auch auf die Gefahr hin, dass mich eingefleischte Kugelhändler jetzt verfluchen:
Mit einer halbweichen oder mittelharten Kugel (120 kg/qmm +/-) machst du auf jeden Fall nichts falsch.
Außerdem müssten deine Präzision und ebenso dein Körpergefühl extrem ausgereizt sein, um tatsächlich gravierende Unterschiede in deinen Ergebnissen festzustellen.

Mich hat schon mal ein eher mäßiger Spieler auf den genialen Rebound-Effekt seiner neu (und teuer) gekauften Kugeln angesprochen. Er ist sicher bis heute noch stolz darauf, wie begeistert ich den Effekt in Hinsicht auf den tatsächlich geringen Rückprall vom Begrenzungsbalken gelobt habe?!

Sehr viel mehr Sinn bei der Kugelwahl macht die Sorgfalt in Bezug auf Größe, Gewicht und auch die äußerliche Beschaffenheit deiner Kugeln - du musst das Gefühl haben, dass sie tatsächlich für deine Hand geschaffen ist.
Mit einer ausgereiften Technik kannst du nahezu jede Kugel spielen, wenn du dich mit ihr wohl fühlst.

In dem Zusammenhang witzig:
Bei der Fußball-WM 2011 in Südafrika haben alle Torhüter den damals neuen WM-Ball (Jabulani von Adidas) als Flattermonster verflucht.
Seltsamerweise waren selbst in den untersten Kreisligen ab dem Zeitpunkt vermeintlich nur noch Flatterbälle unterwegs - ohne, dass die entsprechenden Vereine jemals ihre Bälle ausgetauscht hätten.
Jetzt hatte man wenigstens einen Schuldigen gefunden ...
Alexander Alexander schrieb am 19. Februar 2018
Auch für mich war es das zweite mal in der Petanqueschule in Nesselbach.
Der Grund warum ich eine Schule besuchen wollte ist der Umstand das man in den Vereinen von jedem eine andere Meinung hört, hinsichtlich Technik. Das wollte ich unbedingt vermeiden und mir gleich zu Anfang eine vernünftige technische Basis schaffen.

Diese ist in allen mentalen Sportarten das Fundament. Und desto besser das Fundament, desto konstanter die Ergebnisse.

Jedoch habe ich noch noch ein paar Fragen an dich Bernd:

1. Soll ich im Schußtraining ALLE Distanzen üben, also auch 10m, um besser in den kurzen Distanzen zu werden oder sollte ich bei 5m anfangen und mich dann nach oben hin steigern?

2. Im Legetraining: Wo muss die zu verbessernde Kugel des Gegners liegen (Distanz zum Schwein) liegen damit es im Training Sinn macht?
Also welchen Abstand der Gegnerkugel sollte man in meinem Spiellevel zuverlässig verbessernd legen können?

3. In den Atelierübungen: An welcher Gesamtpunktzahl sollte ich mich orientieren?

Danke
Administrator-Antwort von: Bernd
Hallo Alexander:
Grundsätzlich ist es natürlich sinnvoll, alle Distanzen zu trainieren.
Dazu ist es allerdings notwendig, dass dein Bewegungsablauf stimmt - du ihn also perfektionierst und immer stärker verinnerlichst. Je größer die Distanzen werden, desto mehr neigst du dazu, dich eher auf die "Länge" zu konzentrieren und deinen gleichmäßigen, homogenen Bewegungsablauf damit zu vernachlässigen.
Konzentriere dich also zunächst über kurze Distanzen auf deine Bewegung um dann nach-und-nach die eingeübte Bewegung auch auf größere Distanzen zu erweitern.
Lass dir aber ausreichend Zeit dafür und werde nicht ungeduldig!

Bei deiner 2. Frage musste ich erst ein bisschen überlegen, um deine tatsächliche Frage zu finden:
Bei deinem Ehrgeiz, den ich kennengelernt habe und du hier mit Level beschreibst, kann keine Gegner-Kugel zu nahe am Cochonnet liegen.
Beim Lege-Training liegt deine Konzentration neben deiner (auch im Kurs) trainierten Bewegung auf Präzision - unter Berücksichtigung der Bodengegebenheiten.
Da in deinem persönlichen (Technik-)Training keinerlei taktische Überlegungen eine Rolle spielen, bestimmst du allein, wo du deine Kugel platzieren willst. Da ist die Gegner-Kugel völlig nebensächlich.
Steck dir dein eigenes Ziel.
Ich vermute, die 3. Frage bezieht sich auf die Atelier-Übungen, die ihr als Trainingsempfehlungen aus dem Kurs mitgenommen habt.
Auch hier lautet die Antwort ähnlich, wie bei deiner 2. Frage:
Orientiere dich in deinem persönlichen Training nicht an Vorgaben von außen, sondern mach dir deine eigenen Vorgaben und arbeite konsequent daran/darauf hin.
Wenn du eine Vorgabe brauchst, um dich daran zu messen, nimm jeweils deine eigene Bestleistung. Damit kannst du dich motivieren, deine eigene Leistung immer weiter zu überbieten.
Aber zu deiner Beruhigung:
Die Übungen machen tatsächlich nicht den Eindruck, als ob sich sehr schwierig zu absolvieren wären (ich sagte ja auch im Kurs, dass es absolute Basics sind), aber die maximale Punktezahl (40) wurde noch nie auch nur annähernd erreicht. Wenn du 50% erreichst, bist du schon recht stabil.

Danach sehe ich dich dann sicher bei der nächsten Trainings-Stufe wieder.